Brief an die Paten

Initiativkreis »Stolpersteine Rheinberg«
www.rheinberger-stolpersteine.de
hier: Koordinationsteam
theile-barten@t-online.de

Liebe Patin, lieber Pate,

wir freuen uns, dass Sie mit der Übernahme eines STOLPERSTEINS  unsere Bemühungen um die Erinnerung  an die Opfer der Naziherrschaft unterstützen möchten.

Unser Initiativkreis arbeitet in verschiedenen Bereichen zu diesem Thema. Wir werden zu den Opfern  weiter recherchieren,  versuchen in Schulen Projektarbeit zu diesem Thema  anzuregen und planen, die ersten Steine im Herbst 2009  zu verlegen. Auch eine Dokumentation von Einzelschicksalen, an die  mit den STOLPERSTEINEN erinnert wird, soll erstellt werden.
In unseren Diskussionen tauchte nun die Frage auf, in welcher Weise sich die Paten/Patinnen zusätzlich zu ihrer Geldspende einbringen könnten.

Wir gehen davon aus, dass die Bedürfnisse der einzelnen Personen dazu sehr unterschiedlich sind. Deshalb sollte unserer Meinung nach jede(r) entscheiden, wie er/sie den Prozess begleiten möchte.

Folgende Möglichkeiten sind denkbar:

  • Paten  übernehmen die Recherche des Einzelschicksals selbst und legen den  Text für den STOLPERSTEIN fest.
  • Vor dem Verlegungstermin informieren sie die Hausbewohner und laden sie zu der Gedenkfeier ein.
  • Sie gestalten gemeinsam mit uns die Gedenkfeier, zum Beispiel Einladung von Angehörigen der Opfer, Teilnahme von Jugendlichen.
  • Paten übergeben die Recherche und die Gestaltung der Gedenkfeier an unsere Arbeitskreise A  (Steineverlegung) oder B (Schulen).

Diese Aktivitäten sind möglich, müssen aber nicht sein. Auch die reine Geldspende oder eine Teilaktivität der oben genannten sind in Ordnung. Wünschenswert ist natürlich Ihre Teilnahme an der Verlegungsfeier.

Bitte teilen Sie uns Ihre Meinung dazu mit!

Wir hoffen, dass Sie beim nächsten Treffen am 5.3.09 wieder dabei sind.

Mit freundlichen Grüßen, 15.02.09

Für den Initiativkreis Stolpersteine Rheinberg

Ernst Barten

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One Comment

  1. Ja, ich habe eine schwache Erinnerung. Nur ob der Name „Fröchte“ richtig ist, kann ich nicht beschwören. Ich meine, diesen Namen noch während des Krieges an dem damaligen Haus an der Ecke Orsoyer/Gelderstraße , wo heute die Deutsche Bank ist, gesehen zu haben. Der auf der Website genannte Name „Köchling“ klingt zwar etwas ähnlich, ich kann mich aber nicht daran erinnern. Man muß bedenken, ich war zu der Zeit nicht einmal 10 Jahre, und oft kamen wir damals nicht oft nach Rheinberg. Die Familie Silberberg und andere sind ja schon im Frühjahr 1942 ermordet worden, ich kam erst im Herbst 1942 zum damals so genannten „Städtischen Progymnasium“ und somit regelmäßig nach Rheinberg. Über Juden durfte man nicht sprechen, dann war man gefährdet.

    Zu Friedemann in Orsoy habe ich eine sehr klare Erinnerung, nämlich an den Sonntag nach der „Pogromnacht“, auch Kristallnacht genannt. Kristallnacht hieß es, weil damals alles wertvolle Porzellan und Glas zerstört wurde.
    Wir kamen damals wie üblich mit dem Fahrrad nach Orsoy, um dort den Sonntagsgottesdienst zu besuchen. Mit mir waren mein Vater, meine Mutter und wahrscheinlich auch meine Brüder Heinz und Fritz, die ein bzw. zwei Jahre jünger waren als ich.
    Mir fiel auf, das an einem Haus auf der Egerstraße, Haus Nr.6) Brandspuren über den Fenstern zu sehen waren, die Fenster, auch die Schaufenster im Erdgeschoß, waren mit Brettern vernagelt, über den Brettern waren quer Papierstreifen mit der großen Aufschrift „Für immer geschlossen“ aufgeklebt. Friedemann war ein kleines Textilgeschäft, in dem wir öfter eingekauft haben.
    Als wir nach der Messe wieder zu Hause waren, sagte mein Vater: „Et geft Krieg“. Und Mutter sagte: „Nee, wat se met de Jödde maake, dat geht nit gut“. (Nein , was die mit den Juden machen, das geht nicht gut).
    Von den Leuten habe ich niemanden gekannt, es kann sein, dass ich mal bei irgendeinem Einkauf – das machte Tante Bella oft – jemanden gesehen habe, eingeprägt habe ich mir die Gesichter nicht.

    Von den anderen Genannten habe ich nie etwas gehört, darüber ist mir nichts bekannt. Jetzt jedoch, wo ich nachlesen konnte, dass Rothschild ein Viehhändler war, klickte es bei mir. Wir haben vor dem Krieg Kühe beim „Juden“ gekauft, den Namen wußte ich nicht. Ich meine aber gehört zu haben, dass die Ställe in Kohlenhuck waren; wenn das zutrifft ist es Rothschild gewesen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Theo Tomberg

    47495 Rheinberg
    Eversaeler Str. 41
    Tel.: 02843-2862

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